Symptome

Die Endometriose stellt eine chronische Erkrankung dar, die schwer zu diagnostizieren und zu behandeln ist. 

Ohne eine Behandlung wird die Endometriose bei 65% bis 80% der Patientinnen schlimmer. 

Sogar mit einer Behandlung schreitet die Endometriose bei 20% der Patientinnen fort. 

Zysten und Zellnester können wachsen und sich an andere Stellen des Beckens ausbreiten und sich in sehr schweren Fällen auch in den Harntrakt und die Eingeweide einnisten. Eventuell können sich Verwachsungen bilden. Diese stellen dichte, netzartige Strukturen von Narbengewebe dar, die sich an nahegelegene Organe anlagern und dadurch Schmerzen, Unfruchtbarkeit und Darmverschlüsse verursachen können. 

Beckenschmerzen 

Das häufigste Problem von Frauen, die von einer Endometriose betroffen sind, sind Schmerzen, welche die Lebensqualität drastisch beeinflussen können. 

Die Schmerzen, die um die Regelblutung herum empfunden werden (Dysmenorrhö) können so schwächend sein, dass bis zu 25% der Frauen für zwei bis sechs Tage jeden Monat ausfallen. In schweren Fällen können reguläre Aktivitäten sogar für bis zu zwei Wochen jeden Monat unmöglich werden. Über meistens schmerzbedingte Schlafprobleme berichten drei Viertel der Patientinnen. 

Studien nehmen an, dass eine Endometriose bei über 15% der Frauen die Ursache für Schmerzen in der Beckenregion darstellt. (dem unteren Teil des Körperstamms) 

Zeitpunkte der Schmerzen 

Zusätzlich zu den Zeitpunkten während der Regelblutung, können die Endometrioseschmerzen auch zu anderen Zeiten während des Monats auftreten. 

Ein Überblick, publiziert von der Endometriose Gesellschaft, berichtet über die folgenden Ergebnisse über die Schmerzzeitpunkte bei Endometriose: 

  • 71% der Frauen berichten über Schmerzen innerhalb der ersten 2 Tagen, nachdem die Regelblutung eingesetzt hat. 
  • 47% berichten über Schmerzen in der Mitte des Zyklus. (Ein scharfer Schmerz während des Eisprungs kann durch eine Endometriosezyste bedingt sein, die sich in den Eileitern befindet und platzt, während das Ei sich durch die Eileiter bewegt.) 
  • 40% berichten über Schmerzen zu anderen Zeitpunkten des Monats. 
  • 20% berichten über kontinuierliche Schmerzen. 
  • 7% sagen, dass es kein Muster gibt. 
  • Viele Frauen, die unter Endometriose leiden, erleben während des Gewschlechtsverkehrs Schmerzen. (Dyspareunie)

Schmerzlokalisation 

Nahezu alle Frauen mit Endometrioseschmerzen empfinden diese in der Beckenregion (den unteren Teil des Körperstammes). 

Die Schmerzen sind oft starke Krämpfe, die auf beiden Seiten des Beckens auftreten, ausstrahlend von der unteren Rückenregion sowie der Enddarmregion sogar bis in die Beine hinein. 

Gelegentlich können die Schmerzen jedoch auch in anderen Regionen auftreten, je nachdem, welchen Teil des Beckens die Endometriose betrifft, wie zum Beispiel auch die Blase oder die Eingeweide. 

Schmerzstärke 

Die Ausprägung der Schmerzen variiert sehr stark und scheint nicht von der Ausdehnung der Endometriose selbst abhängig zu sein. 

Mit anderen Worten kann eine Frau nur einige und sehr kleine Nester haben, die mit starken Schmerzen einhergehen, während eine andere Frau mit einer ausgedehnten Endometriose nur wenige Zeichen der Erkrankung außer einer Unfruchtbarkeit haben kann. Große Zysten können rupturieren und zu jeder Zeit sehr starke Schmerzen verursachen. 

Unfruchtbarkeit 

In der medizinischen Literatur wird angegeben, dass die Endometriose für 30% der Unfruchtbarkeitsfälle verantwortlich ist. 

Einige Befunde lassen vermuten, dass zwischen 30% – 50% der Frauen mit einer Endometriose unfruchtbar sind. 

Wie auch immer, häufig ist es schwierig eine Endometriose als primäre Ursache für eine Unfruchtbarkeit definitiv zu bestimmen, insbesondere bei Frauen mit einer gering ausgeprägten Endometriose. In dem Versuch die Wahrscheinlichkeit einer Unfruchtbarkeit im Falle einer Endometriose zu bestimmen, haben Forscher ein Stagingsystem, auf Grundlage der Befunde während eines diagnostischen chirurgischen Eingriffs, entwickelt. <((hierzu auch Staging der Endometriose.

Hier sollte angemerkt werden, dass eine Endometriose nicht zwangsläufig zu einer absoluten Unfruchtbarkeit führt, dass sie aber trotz alledem direkt und indirekt dazu beitragen kann. 

ENDOMETRIUMZYSTEN. 

 

Endometriumzysten können direkt auf unterschiedlichen Wegen zu einer Unfruchtbarkeit führen. 

  • Wenn diese sich in den Eileitern einnisten können sie die Passage der Eizelle behindern. 
  • Wenn sie sich in den Eierstöcken niederlassen, verhindern sie den Eisprung. 
  • Eine schwere Endometriose kann manchmal feste Netze von Narbengewebe zwischen der Gebärmutter, den Eierstöcken und den Eileitern bilden (Verwachsungen), wodurch der Transport des Eis durch die Eileiter verhindert wird.

 

IMMUNFAKTOREN UND DIE ENTZÜNDUNGGSANTWORT. 

Selbst in frühen Stadien einer Endometriose haben Forscher eine erhöhte Aktivität des Immunsystems beobachtet. 

Es ist in solchen Fällen möglich, dass der Körper diese Endometrioseherde als fremd ansieht und es zu einer Immunreaktion kommt. 

Bei diesem Vorgang produziert der Körper deutlich gesteigerte Mengen spezifischer Immunfaktoren, die zu einer Unfruchtbarkeit beitragen können, wie folgende: 

  • Zytokine. 

    Zytokine sind sehr starke Immunfaktoren, die, wenn sie übermäßig produziert werden, Schädigungen und Entzündungen in den Regionen verursachen, die sie eigentlich schützen sollen. Solche Schädigungen können Vernarbungen und Einengungen erzeugen, die wiederum die Einnistung und Entwicklung eines befruchteten Eis stören. 

  • Prostaglandine. 

    Erhöhte Mengen dieser Faktoren erzeugen nicht nur eine Entzündung, sonder führen auch zu Gebärmutterkontraktionen. (Frauen mit einer Endometriose haben ein überdurchschnittliches Risiko für eine Fehlgeburt.) 

  • Andere Immunfaktoren. 

    Wachstumsfaktoren (welche die Gefäßneubildung fördern) und Toxine, die von den Zellnestern gebildet werden, können zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Effekte auf andere Teile der Beckenregion 

Zellnester können auch in der Blase (hier allerdings selten) auftreten und Schmerzen und Blutungen während des Wasserlassens verursachen. 

Ebenfalls selten bilden sich diese Zellnester in der Eingeweiden und führen zu schmerzhaften Darmbewegungen, Verstopfungen und Durchfällen. 

Krebserkrankungen 

Die Endometriose ist keine bösartige Erkrankung, aber Experten debattieren seit Jahren, ob sie eine signifikante Gefahr darstellt. 

Das mögliche Risiko der Entwicklung von Eierstocks- oder Endometriumskrebserkrankungen ist hier von besonderem Interesse. Einige Forscher haben bestimmte genetische Mutationen identifiziert, die Endometriosezellen in seltenen Fällen in Eierstocks- oder Endometriumskrebszellen verwandeln können. (Einige Befunde sprechen dafür, dass Eierstockkrebs, der mit einer Endometriose einhergeht sich von anderen Eierstockskrebsfällen unterscheidet, und sogar eine bessere Prognose aufweist.) 

Emotionale Effekte 

Die emotionalen Effekte einer schweren Endometriose können beinahe so verheerend sein wie die Schmerzen. Sie können die Lebensqualität beeinflussen. In einem Rückblick, der von der Endometriose Gesellschaft durchgeführt wurde, berichteten Patientinnen über folgende emotionale Effekte ihrer Erkrankung: 

  • 84% der Patientinnen berichteten über depressive Verstimmungen während der Schmerzphasen. 
  • 75% fühlten sich reizbar. 
  • Mehr als die Hälfte berichtete über Gefühle wie Angst und Wut. 
  • Um die 20% sagten, sie fühlten sich hoffnungslos.

Andere Symptome 

Patientinnen können zusätzlich folgende Symptome erleben: 

  • Gelenk- und Muskelschmerzen. 
  • Müdigkeit 
  • Schwellungen 
  • Übelkeit 
  • Schwindel 
  • Starke Menstruationsblutungen 
  • Kopfschmerzen 
  • Depressionen und allgemeines Schwächegefühl 
  • Schlafstörungen
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