Über Endometriose

Die Endometriose betrifft im Allgemeinen nur Frauen. Es handelt sich hierbei um eine chronische, schmerzhafte und häufig fortschreitende frauenspezifische Erkrankung. Die Ursachen einer Endometriose sind unbekannt. Es gibt ein breites Maß an Symptomen und Schweregraden, wodurch die rechtzeitige Diagnose erschwert wird.

Implantationen des Endometriums

Eine Endometriose tritt auf, wenn sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumaußerhalb der Gebärmutter anheften, normalerweise im Bereich des kleinen Beckens, dort wachsen und ihrer Funktion nachkommen. 

Endometrioseherde bestehen aus den beiden folgenden Zelltypen:

 

  • Drüsengewebe. Diese Zellen sezernieren Hormone und andere Flüssigkeiten, die sonst normalerweise in der Gebärmutterwand gebildet werden.
  • Stromazellen. Diese stellen die Rahmenzellen dar, welche eine stützende Funktion innehaben.

Endometriumzellen besitzen Rezeptoren, an die sich Östrogene und Progesteron binden, welche das Wachstum und die Dickenzunahme der Gebärmutter fördern. Während einer Endometriose nisten sich diese Zellen in Organen und anderen Strukturen außerhalb der Gebärmutter ein und verursachen, unter dem fortbestehenden Einfluss der hormonellen Wirkungen, Blutungen und Vernarbungen.

Endometrioseherde variieren deutlich in ihrer Größe, der Form und ihrer Farbe. Mit den Jahren können sie an Größe abnehmen oder verschwinden oder aber auch wachsen.

  • Frühzeitige Herde sind normalerweise sehr klein und sehen wie klare Pusteln aus.
  • Wenn sie weiterwachsen, können sich flache Verletzungszonen (Läsionen), kleine Knoten oder Zysten bilden, die in ihrer Größe von kleiner als eine Erbse bis hin zu größer als eine Grapefruit variieren können.
  • Die Herde unterscheiden sich auch in ihrer Farbe; sie können farblos, rot oder von einem sehr dunklen braun sein. Diese sogenannten Schokoladenzysten sind Endometrioseherde, die mit dickem, altem dunkelbraunem Blut gefüllt sind und für gewöhnlich an den Eierstöcken auftreten.

Lokalisationen der Endometrioseherde

Die Herde können sich an vielen Orten bilden, am häufigsten betroffen sind folgende:

  • Das Peritoneum. Dieses ist ein zarter Oberflächenbezug, der die gesamte Bauchwand auskleidet und sich über die inneren Organe in der Beckenregion legt.
  • Auf oder in der Nähe der Eierstöcke.

Weniger häufig sind folgende Orte betroffen:

  • Der Douglas-Raum, ein Raum zwischen der Gebärmutter und dem Enddarm.
  • Das Bindegewebe, welches die Gebärmutter stützt (als utero-sakrale Bänder bezeichnet).
  • Die Scheide.
  • Die Eileiter.
  • Im Harntrakt (in ca. 20% der Fälle, normalerweise ohne dass Symptome auftreten).
  • Magen-Darm-Trakt (bei zwischen 12 und 37% der Patientinnen).

In sehr seltenen Fällen wurde von Lokalisationen weit vom Becken entfernt berichtet, inklusive der Lungen, der Arme und der Schenkel.

Die Entstehung der Endometriose

Die Entstehung einer Endometriose ist ähnlich einer Menstruation (Regelblutung) in bestimmten Stadien:

  • Jeden Monat antworten die Endometrioseherde auf den monatlichen Zyklus, als ob sie sich innerhalb der Gebärmutter befinden würden: sie füllen sich mit Blut, werden dick, brechen auf und bluten.
  • Die entstehenden Sekrete der Endometrioseherde können jedoch nicht, wie bei der Regelblutung, über die Scheide ausgeschieden werden. Statt dessen entwickeln sich die Herde zu Sammlungen von Blut, die Zysten, Punkte oder Flecken bilden.
  • Die Läsionen können bei Fortsetzung des Zyklus wachsen oder sich ausbreiten.

 

Diese Läsionen sind nicht bösartig, aber sie können sich dorthin entwickeln, dass sie Obstruktionen oder Verwachsungen (netzartiges Narbengewebe) verursachen, welche sich, unter Verursachung von Schmerzen, Entzündungen und manchmal Unfruchtbarkeit, an nahegelegene Organe anheften.

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